Dornbirns Schlussfurioso lohnte sich

Aufholjagd der Rothosen nach 0:2-Rückstand bringt noch ein Punkt. Dornbirn vergab zu viele Chancen und einen möglichen Sieg

Fast hätte es für FC Mohren Dornbirn im vorletzten Heimspiel des Jahres gegen FC BW Linz noch zu einem Heimsieg gereicht. Am Ende gab es schon zum dritten Mal in dieser Meisterschaft vor 1100 Zuschauern „nur ein 2:2-Remis”. 70 Minuten lang lag die Elf von Trainer Markus Mader gegen die Oberösterreicher mit 0:2 im Rückstand. Doch die Rothosen praktizierten vor allem nach Seitenwechsel Einbahnfußball Richtung Linz-Tor und wussten auf allen Linien zu überzeugen. Der fünfte Saisontreffer von Deniz Mujic und das schon siebte Tor von Lukas Fridrikas genügte letztendlich aber nicht zum dritten Heimerfolg. Mujic traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ins rechte Eck (71.). Fridrikas verwandelte den Foulelfmeter mit einem glasharten Schuss ins linke Kreuzeck (87.). Dabei bewies FCD-Trainer Markus Mader ein glückliches Händchen: Erst wenige Sekunden auf dem Spielfeld wurde Einwechselspieler Alexander Huber vom Linzer-Tormann Ammar Helac nach einem rüden Foul regelwidrig zu Fall gebracht. Dornbirn ist mit sechs Punkteteilungen der Remisspezialist in der 2. Liga. Die Erfolgsserie geht weiter: Die Rothosen sind schon acht Meisterschaftsspiele in Folge unbesiegt, drei Siege und fünf Remis stehen zu Buche. Beide Gegentreffer der Linzer von Philipp Pomer (8.) und Fabian Schubert (33.) waren Gastgeschenke und fielen nach individuellen Eigenfehlern. Außer den beiden Toren fand BW Linz keine nennenswerte Torchance der gesamten Spielzeit vor.

FC Dornbirn machte sich das Leben unnötig schwer: Fast ein Dutzend an Hochkarätern blieben ungenützt: Egzon Shabani (3./28./62.), Lukas Fridrikas (4./19./95.), Anes Omerovic (15./56./73.) und der mitaufgerückte Innenverteidiger Andreas Malin (96./Kopfball) vergaben sogenannte Hundertprozentige. Doch der Schlussmann und ÖFB-U-21 Nationalteam-Spieler verhindert mit seinen vielen Glanzparaden mehrere Gegentore und hielt lange seinen Kasten sauber, an beiden Toren von Dornbirn war er chancenlos. Denn schon nach 20 Minuten hätte Dornbirn klar in Führung liegen müssen. Ein umstrittener Treffer von Legionär Egzon Shabani fand wegen angeblicher Abseitsstellung keine Anerkennung (37.).

Die taktischen Umstellungen zur Halbzeit mit einem neuen 3/4/3 Spielsystem wurden am Schluss mit einem Zähler belohnt. Routinier Franco Joppi brachte mit seiner Einwechslung viel Schwung für die Offensive. „Fehler von Schiedsrichtern passieren nun einmal. Es war nie und nimmer ein Strafstoß für Dornbirn. Wir wollten nicht in Schönheit sterben, aber der Punkt ist am Schluss für Dornbirn mehr als wie verdient. Die Unsicherheit in meiner Mannschaft war trotz der komfortablen Führung sehr groß“, sagt FC BW Linz Coach Goran Djuricin. „Der Glaube kann Berge versetzen und daran hält meine Mannschaft fest. Die Energieleistung wurde leider nur mit einem Punkt belohnt. Die mangelnde Chancenverwertung kostete uns ein Sieg. Trotzdem war es ein wichtiger Zähler für den Abstiegskampf. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Das volle Risiko nach der taktischen Umstellung mit der Offensivvariante machte sich auf alle Fälle bezahlt. So spielerisch dominant wie in dieser Partie waren wir in der 2. Liga noch nie“, so FCD-Trainer Markus Mader.

Die zwei verlorenen Zähler kosteten Dornbirn auch den dritten Tabellenplatz. Jetzt folgen im Herbstfinish für den Aufsteiger FC Dornbirn noch die zwei schweren Spiele gegen den Topfavorit Ried. Nach der zweiwöchigen Länderspielpause fehlt der gelbgesperrte Spieler Deniz Mujic im Auswärtsspiel im Innviertel.

FUSSBALL, 2. LIGA 2019/2020, 14. Spieltag: FC Mohren Dornbirn – FC BW Linz 2:2 (0:2)

Stadion Birkenwiese, 1100 Zuschauer, SR Heiss (T)

Torfolge: 8. 0:1 Philipp Pomer, 33. 0:2 Fabian Schubert, 71. 1:2 Deniz Mujic, 87. 2:2 Lukas Fridrikas (Foulelfmeter)

Gelbe Karten: 23. Schubert (Foulspiel), 23. Gemicibasi (beide BW Linz/SR-Kritik), 49. Mujic (FCD/Unsportlichkeit), 63. Janeczek, 70. Iyobosa (BW Linz/beide Foulspiel), 75. Joppi (FCD/Unsportlichkeit), 85. Helac (BW Linz/Foulspiel)

FC Mohren Dornbirn (4-2-3-1): Bundschuh; Allgäuer, Malin, Kühne, Prirsch (83. Huber); Domig, Anes Omerovic; Shabani (67. Aaron Kircher), Fridrikas, Hadzic (46. Joppi); Mujic

FC BW Linz (3-5-2): Helac; Mitrovic, Janeczek, Kreuzriegler; Grasegger (78. Dombaxi), Tursch, Gemicibasi, Pomer, Iyobosa; Filip (69. Surdanovic), Schubert (61. Fröschl)

Video vom Spiel

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