SAISONSTART DER FUSSBALL REGIONALLIGA WEST 2016/2017 – TEIL I: FC Mohren Dornbirn

Unser Präsident Arnold Peter Streitler erteilt dem Profifußball eine Absage: „Einmal am Abgrund das reicht. Ein zweites Harakiri sicher nicht mehr.“

Vor fünf Jahren stand der Traditionsverein FC Mohren Dornbirn am Abgrund und es drohte durch das Konkursverfahren sogar die Vereinsauflösung. Zusammen mit Tausendsassa Erwin Reis hatte Arnold Streitler einen großen Anteil daran, dass die Rothosen eine Wiederauferstehung feierten. Wirtschaftlich und auch sportlich ist der FC Dornbirn seit dem Abstieg aus dem Profifußball vor sieben Jahren auf „Schiene“. Allerdings erklärt der FC Dornbirn “Boss“ im VN Gespräch die Gründe warum, dass es unter seiner Ära kein sportliches Wiedersehen in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs geben wird.    

FCD-Präsident: Arnold Peter Streitler

FCD-Präsident: Arnold Peter Streitler

Sie haben zusammen mit Erwin Reis und rund dreißig Ehrenamtlichen der Arbeitsgruppe großartiges geleistet und FC Dornbirn gerettet. Warum?

Arnold Streitler: Ich bin ein echtes FC Dornbirn Urgestein. Der Verein liegt mir schon seit vielen Jahrzehnten am Herzen. Die vielen freiwilligen Mitarbeiter der Arbeitsgruppe, Erwin Reis und ich haben damals schwerste Knochenarbeit verrichtet. Vor fünf Jahren stand der FC Dornbirn vor dem Aus. Meine erste Tätigkeit war zusammen mit Erwin Reis Sponsoren wieder zufrieden stellen und neue Unterstützer zu finden. Wir haben alle viel bewegt und den Verein buchstäblich in letzter Sekunde gerettet. 150.000 Euro an Altlasten wurde abgestottert, seit zwei Jahren sind wir schuldenfrei.

Unter deiner Regie hat FC Dornbirn die Wiederauferstehung erlebt. Was sagen Sie dazu?

Arnold Streitler: Das stimmt. Erwin Reis hat mich als Nachfolger vorgeschlagen. Allerdings waren nur drei Jahre als Präsident ausgemacht, jetzt sind es schon fünf. Ich werde aber das Boot nur an einen geeigneten Nachfolger übergeben und lasse den Klub nicht im Stich. Ich mache sicher kein zweites Harakiri nochmals mit. Einmal am Abgrund zu stehen, das reicht. Wir haben alle die richtigen Lehren daraus gezogen. FC Dornbirn wird unter meiner Ära nicht in den Profifußball zurückkehren. Vielmehr gilt der Schwerpunkt in den nächsten Jahren dem Nachwuchs. Mit 100.000 Euro hat der Nachwuchs in Dornbirn ein großes Budget zur Verfügung. Wir sind landesweit unter den besten Klubs im Nachwuchs. Auch in der Kampfmannschaft stellen wir die stärkste Amateurelf des Landes, daran soll sich nichts ändern.  

Was sind die Gründe für keinen Profifußball auf der Birkenwiese?

Arnold Streitler: Ich kann es mir auch nicht mit der neuen Ligareform ab 2017/2018 vorstellen in Dornbirn auf einen eventuellen Halb-Profitum umzustellen. Die neue Ligareform hat in der 2. Liga keinen Ligasponsor und ohne Vollprofis geht es sicher nicht. Die geographische Lage in Dornbirn ist eine nächste Hürde. Von Vorarlberg nach Ostösterreich zu reisen, zwei Tage Urlaub für einen Spieler der berufstätig ist, das geht nicht. Wir müssen schon ungemein arbeiten um ein ausgeglichenes Budget für die Westliga zu erstellen. Die Birkenwiese ist nicht bundesligatauglich. Die fehlenden Sitzplätze (1500 sind erforderlich), die mangelnden Umkleidekabinen und die zu wenigen Spielfelder sind ein wesentlicher Grund für die Beibehaltung auf Amateurstatus. Auf der Birkenwiese sind Stadion-Adaptierungen dringend nötig. Ein weiterer neuer Trainingsplatz wäre dringend von Nöten. Eine Lizenz auch heuer nach dem Herbstdurchgang einzureichen beim ÖFB kommt derzeit nicht in Frage. Wir müssen aber insofern nachdenken, wenn es sportlich Sinn machen würde. Doch eine Kaution über 50.000 Euro beim ÖFB zu hinterlegen bei Lizenz-Einreichung bringt die nächste schwierige Aufgabe. (Quelle: ländlekicker.vol.at)

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