Portrait von unserem Florian Prirsch – Step by step zum Fussball-Profi

Der 17-jährige Florian Prirsch, der sich schnell in der Stammformation des FC Dornbirn einen Platz erkämpft hat, ist auf dem besten Weg seine Fußball-Träume zu erfüllen.

FCD-USK22Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein, gepaart mit Weitsicht und Bodenständigkeit. Das sind die Erfolgsfaktoren von Jungkicker Florian Prirsch, der sich schon bald seinen Profi-Traum erfüllen will. Der 17-jährige Dornbirner hat also den nächsten Schritt in seiner bislang sehr erfolgreichen Fußballkarriere im Visier. Bald – auch hier verfolgt Florian sein bewährtes Motto „step by step“ – bedeutet für ihn, dass jetzt Angebote geprüft werden, die Westliga-Saison mit dem FC Dornbirn beendet wird und dann nach bestandener Matura ein Vereinswechsel angesagt ist.

Welche Vereine genau ein Auge auf den gelernten Linksverteidiger, der allerdings auch schon oft seine Allround-Qualitäten bewiesen hat, geworfen haben, wird nicht verraten. Es ist aber kein Geheimnis, dass vor einem Jahr bereits Rapid Wien angeklopft hat und auch Altachs Sportdirektor Georg Zellhofer öfters auf der Birkenwiese gesichtet wurde. Nicht verwunderlich, denn der Youngster hat trotz seines jungen Alters bereits 24 Regionalliga-Einsätze für Dornbirn auf seinem Konto und gab auch im ÖFB-Cup gegen St. Pölten seine Visitenkarte ab. Zudem kam das Ausnahmetalent unter ÖFB-Nachwuchsteamchef Manfred Zsak in den letzten eineinhalb Jahren in der U16, U17 sowie U18 Nationalmannschaft zum Einsatz.

Stolz auf EM-Trikot

„Im U17-Nationalteam habe ich mit der Teilnahme an der Europa-Meisterschaft und dem Weg dorthin sicher schon einige Highlights erlebt“, lässt Florian, der mit seinen Teamkollegen bei der EM in Bulgarien in der Vorrunde leider Spanien und Kroatien den Vortritt lassen musste, wissen. Und auf nationaler Ebene, genauer gesagt im Ländle, konnte er als 16-jähriger mit dem FCD den Sieg im VFV-Cup einfahren. Diese Medaille hat selbstverständlich einen Ehrenplatz in seiner reich gefüllten Trophäenvitrine und auch auf sein EM-Trikot ist Florian sehr stolz. „Da stand erstmals mein Name auf dem Leibchen. Das ist schon eine besondere Ehre“, verrät der sympathische Youngster. Auf die Rückennummer, die sein Trikot ziert, legt er jedoch wenig Wert. „Im Nationalteam war es die 18, bei Dornbirn ist es die 3. Es ist mir egal, denn die Nummer spielt nicht Fußball“, stellt er nüchtern fest.

Und genauso, wie bis jetzt alles gelaufen ist, hat sich Florian das schon im Kindesalter ausgemalt. Bereits als Fünfjähriger wollte er einmal das Dress der Kampfmannschaft tragen und sich bei den Dornbirner Rothosen für höhere Aufgaben empfehlen. Sein fußballerisches Schlüsselerlebnis war eine 1:12-Schlappe, bei der er nur wenige Tage nach seinem Einstieg bei der U7 des FC Dornbirn den einzigen Treffer erzielte. Dieses „Goldtor“ war jedoch Motivation genug, fortan mit enorm viel Einsatz und Willen dem runden Leder nachzujagen.

Erklärter Bayern-Fan

Einst war sein großes Vorbild David Beckham und dann folgten Frank Ribery sowie David Alaba. Doch jetzt ist es für Florian, der sich trotz seines jungen Alters fast schon philosophisch gibt, an der Zeit seinen eigenen Stil zu finden. „Ich identifiziere mich nicht mehr 1:1 mit einem bestimmten Fußballer und schaue mir überall etwas ab. Etwa das Zweikampfverhalten von Yaya Toure (Anm.: Manchester City) oder die Freistöße von Alaba“, erklärt Florian, der sich als absoluter Bayern-München-Fan outet und auch schon öfter in der Arena seinen Lieblingen auf die Füße geschaut hat.

Ihm auf die Füße geschaut haben im Lauf seines Werdegangs auch Günther Kerber und Teddy Pawlowski, denen er genauso Rosen streut wie Zsak und seinem jetzigen Trainer Peter Jakubec. „Herr Kerber hat mir eine unglaubliche Grundlage geschaffen und Herr Pawlovski hat mich in der Akademie vor allem spielerisch und charakterlich weitergebracht.“ Bei seinem Stammverein in Dornbirn freut Florian zudem, dass ihm der Trainer von Anfang an das Vertrauen schenkte. „Die Umstellung auf die körperbetontere Spielart war schon eine Herausforderung, doch es ist sehr gut gelaufen und ich konnte meine Chance nützen.“

Noch viel zu lernen

Doch Talent allein war sicher zu wenig, denn er legte in den letzten Jahren neben verschiedenen speziellen Übungen auch zusätzlich Einheiten in der Kraftkammer ein. Der 184 Zentimeter große und 75 Kilogramm schwere junge Mann ist also voll und ganz im Männer-Fußball angekommen. Überheblichkeit ist allerdings ein Fremdwort für den Dornbirner, der sich vollkommen bewusst ist, dass er noch sehr viel lernen kann.

Apropos lernen: Der Fußballverrückte, für den laut seiner Aussage alles in seinem Leben irgendwie mit Fußball zu tun hat, widmet sogar seine vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) zur Matura seinem Lebenselixier. Der Titel der VWA lautet „Ballschultraining im Kindesalter“ und dazu hat er selbst beim Nachwuchs des FC Dornbirn und VfB Hohenems die Fortschritte getestet. Die AKA Mehrerau war für ihn übrigens der beste Weg, Schule und Fußball unter einen Hut zu bringen. „Man verpasst oft zwei Wochen am Stück. Da braucht man schon einiges an Selbstdisziplin um alles nachzuholen. Im Moment bin ich gut im Plan. Die Matura ist für mich ein guter Background.“

Es geht nicht ums Geld

Zum Zeitpunkt, wenn Florian 2016 sein Abschlusszeugnis in den Händen hält, soll wie anfangs erwähnt der nächste Schritt in seinem Fußballleben schon geregelt sein. Und passend zu seinen klar erkennbaren Charakterzügen, geht es ihm dabei sicher nicht ums Geld. „Ich gehe dorthin, wo ich die beste Entwicklungsmöglichkeit habe. Mein Berater und meine Eltern (Anm.: bei jedem Spiel auf der Birkenwiese mit dabei) werden sicher mitreden, aber die letzte Instanz bin immer ich“, lässt Florian ganz klar wissen.

Aber trotz der Profikarriere vor den Augen sieht sich der junge Erwachsene noch weit von seinem anvisierten Endziel entfernt. Denn irgendwann möchte er ins Ausland, selbst in der Champions-League spielen und auch im A-Team seine Schuhe schnüren. Abgehoben? – Keineswegs! Wer den 17-Jährigen näher kennengelernt hat, versteht voll und ganz, dass auch diese Träume einmal in Erfüllung gehen können. (Bericht: Günther Böhler – NEUE am Sonntag)

Zur Person:

Name: Florian „Flo“ Prirsch

Geboren am: 11. September 1998 in Dornbirn           Wohnort: Dornbirn

Beruf: Schüler im PG Mehrerau (8. Klasse)       Hobbies: Musik hören, Chillen, Rad fahren

Verein: FC Mohren Dornbirn                Position: Verteidigung, beidfüßig

Besonderes: Seit April 2014 innerhalb von eineinhalb Jahren mehrere Einsätze im österreichischen Nationalteam U16 (4), U17 (10) und U18 (2)

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