Spartak als Einstimmung auf Highlight im ÖFB-Cup

Gleich zu Beginn der Vorbereitung hat der FC Dornbirn am Montag mit dem neunfachen russischen Meister Spartak Moskau einen hochkarätigen Testspielgegner zu Gast.

TEST_ Spartak MoskauDa hat der FC Dornbirn einen ganz dicken Fisch an Land gezogen – diese Aussage wäre fällig, wenn die Messestädter den Testgegner Spartak Moskau selbst organisiert hätten. So aber spielten der Zufall und auch der gute Name der Dornbirner in der Region eine entscheidende Rolle. Zu einem haben die Russen wie schon im Vorjahr, als der Schweizer Murat Yakin als Trainer die Geschicke leitete, ihr Trainingslager wieder in St. Gallen (Säntispark, Abtwil) aufgeschlagen und zum anderen kam die unerwartete Anfrage der internationalen Sportagentur IMUSPORT, die ihren Sitz in Hannover hat. Deren Geschäftsführer Wolfgang Zapfe kontaktierte den FC Dornbirn an und Sportchef Georg Kirchberger konnte in Anbetracht des hochkarätigen Gegners und auch der Referenzen der Sportagentur nur noch ja sagen. Um das Wortspiel am Beginn abzurunden, könnte man also sagen: Der Fisch hat selber angebissen!

Obwohl der Zeitpunkt – die Rothosen starten am selben Tag in die Vorbereitung – nicht ideal ist, soll die Partie am morgigen Montag (Anpfiff 18.30 Uhr) ein Fußballleckerbissen für die Zuschauer werden. Die Wettervorhersage ist ideal und die Verantwortlichen auf der Birkenwiese haben schon öfter gezeigt, dass Großereignisse für sie kein Problem darstellen. Besonders in Erinnerung in diesem Zusammenhang ist sicher noch das Gastspiel von Roque Santa Cruz und Co. in Dornbirn. Knapp 7000 Fans erlebten beim damaligen WM-Test zwischen Paraguay und Georgien ein wahres Fußballfest.

Klingende Namen

Und auch dieses Mal werden klingende Namen das Grün der Birkenwiese betreten. Im Team des russischen Traditionsvereins Spartak Moskau sind zahlreiche aktuelle und ehemalige Nationalspieler mit von der Partie. Allseits bekannt sind der Deutsche Serdar Tasci, der Niederländer Quincy Promes und der Brasilianer Romulo. Weiters befinden sich in den Reihen von Spartak mit Denis Glushakov (38 Einsätze) und Dmitri Kombarov (33 Einsätze) zwei russische Nationalspieler, die vor kurzem bei der EM-Qualifikation gegen Österreich im Einsatz waren. Zudem stehen mit Artem Rebrov (Torhüter), den Verteidigern Sergey Parshivlyuk und Evgeni Makeev und Stürmer Denis Davydov vier weitere Akteure aus dem Nationalteam auf der Kaderliste. Ebenso kein Unbekannter ist der 119-fache schwedische Nationalspieler Kim Källström, der in der EM-Quali ebenfalls gegen Österreich spielte.

Vor Ehrfurcht erstarren müssen die Kicker von Dornbirn-Coach Peter Jakubec aber trotzdem nicht. Der frühere Glanz von Spartak (u.a. Halbfinale UEFA-Pokal 1997/98), das seit 2001 auf einen Meistertitel in Russland wartet und zuletzt die Meisterschaft auf Platz sechs abschloss, ist schon etwas verblasst. Und auch heuer wird, obwohl man sich viel vorgenommen hat, an Zenit Petersburg kein Weg vorbeiführen. Vielmehr gilt es wohl die Nase im Vergleich zu den Moskauer Mitkonkurrenten ZSKA, Dynamo und Lokomotive vorne zu haben. Der erhoffte internationale Startplatz wurde auch verpasst und kostete Trainer Murat Yakin seinen Posten. Auf Nachfolger Dmitri Alenitschev lasten also große Erwartungen.

„Genusspartie“ für alle

Diese kann die Millionentruppe aus dem Osten (Anm.: Marktwert der Spieler laut Transfermarkt 71 Millionen Euro), bei denen bekanntlich auch schon die Österreicher Emanuel Pogatetz und Martin Stranzl ihre Schuhe schnürten, auf der Birkenwiese völlig außer Acht lassen. Und daher können sich am Montag wohl alle auf eine „Genusspartie“ mit internationalem Flair in Dornbirn freuen. Für den Westligisten ist es zudem die perfekte Einstimmung auf die Auftakt-Partie im ÖFB-Cup, bei der in drei Wochen Erstligist SKN St. Pölten zu Gast ist.

 

Drei Fragen an Trainer Peter Jakubec…

Euer offizieller Trainingsbeginn ist morgen Montag. Jetzt aber kommt es zum Auftakt auf der Birkenwiese gleich zu einem Freundschaftsspiel gegen Spartak Moskau. Wie passt das in dein Konzept?

„Zugegeben, der Termin ist etwas ungünstig. Aber ehrlich gesagt gibt es bei so einem hoch überlegenen Testgegner keinen idealen Termin. Für uns heißt das nicht von 0 auf 100, sondern von 0 auf 1000. Doch diese Anfrage musste man einfach annehmen. Solch eine Chance gegen so eine Mannschaft zu spielen hat man ganz selten. Das wird sicher eine ganz tolle Erfahrung für alle Beteiligten in unseren Reihen.“

Der Gegner hat einen allseits bekannten Namen im Fußballgeschehen. Was weißt du als Experte von dem neunfachen russischen Meister Spartak, der sich zudem zu Zeiten der Sowjetunion zwölfmal den Meistertitel und zehnmal den Cup-Sieg holte?

„Die richtig großen Erfolge von Spartak sind zwar schon etwas länger her, aber in Russland ist das Team stets vorne mit dabei. Spieler wie die beiden Deutschen Serdar Tasci – er spielte früher im Nationalteam – und Patrick Ebert sind wohl jedem ein Begriff. Zudem haben die Russen einige Nationalspieler mit dabei. Diese sind nach dem EM-Quali-Duell gegen Österreich vor knapp zwei Wochen sicher noch vielen in Erinnerung.“

Klingt ganz so, als ob diese Partie am Montagabend zu einem Fußballfest auf der Birkenwiese werden soll. Ihr könnt die Sache ganz entspannt angehen.

„Richtig! Wir hoffen, dass sich sehr viele Zuschauer dieses Spiel nicht entgehen lassen und werden die Spielatmosphäre genießen. Selbstverständlich werden wir auch versuchen so lange wie möglich die Null zu halten und den einen oder anderen Akzent zu setzen. Das Wichtigste ist jedoch, dass sich kein Spieler verletzt.“

Bericht und Interview von Günther Böhler – NEUE am Sonntag

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